• lebt und arbeitet in Köln
  • interessiert an Kunst und Naturwissenschaften
  • Studium der Chemie
  • Studium an der Abendschule der staatlichen Hochschule
    für bildende Künste - Städelschule - Frankfurt
  • seit 2006 tätig als freischaffende Künstlerin
  • hyper- und fotorealistische Arbeiten in Öl und Bleistift
  • Schwerpunkte: Licht und Strukturen


Zu den Werken

Licht und Strukturen als Thema

Schon von jeher waren für Viola Francke Kunst und Naturwissenschaft verbunden durch Beobachtung und Schönheit. Im Studium zeigte ihr die Welt der Moleküle unglaubliche Strukturen und ganz automatisch begann sie, auch im Alltag danach zu suchen. 2006 fing sie an, vertrocknete Pflanzenteile, die normalerweise weggeworfen werden, zu zeichnen. Durch die vergrößerte Darstellung im DIN A2-Format möchte die Künstlerin den Betrachter verleiten, ebenfalls genau hinzusehen und die Strukturen selbst zu erforschen - um dann zu entdecken, wie viel Schönes in vermeintlich Hässlichem steckt.

 

Während der Suche nach spannenden Strukturen spielte das Licht eine immer größere Rolle. Hier interessierte Viola Francke vor allem das Wechselspiel von Auflicht und Durchlicht. Die Pflanzenwelt ist an sich schon schön. Nimmt man jedoch das Sonnenlicht hinzu, scheinen die Farben und Strukturen förmlich zu explodieren - etwas, das sich bei jeder noch so bescheidenen Blüte beobachten lässt.

Um dem Thema Licht mehr Ausdruck zu verleihen, wandte sich die Künstlerin 2008 der Ölmalerei zu. Durch die altmeisterliche Lasurtechnik erzeugt sie in den Bildern ein Tiefenlicht, das zur Darstellung des Sonnenlichtes und der Transparenz der Blütenblätter dient. Die Motive beginnen durch das Sonnenlicht zu leuchten und das sollen die Ölbilder einfangen.

 

Wenn also die Bilder die Sonne in den Raum bringen und von sich aus strahlen, haben sie ihren Zweck erfüllt: Sie zeigen dem Betrachter die kleinen, unwichtigen Dinge und fordern ihn auf, die alltäglichen Schönheiten in seiner Umgebung wieder wahrzunehmen.


Oder mit den Worten von Rainer Maria Rilke:

Die meisten Menschen wissen gar nicht,

wie schön die Welt ist

und wie viel Pracht in den kleinsten Dingen,

in irgendeiner Blume, einem Stein,

oder einer Baumrinde oder einem Birkenblatt sich offenbart.

Die erwachsenen Menschen,

die Geschäfte und Sorgen haben

und sich mit lauter Kleinigkeiten quälen,

verlieren allmählich ganz den Blick

für diese Reichtümer, welche die Kinder,

wenn sie aufmerksam und gut sind,

bald bemerken und mit dem ganzen Herzen lieben.



Atelier, Viola Francke
Blick ins Atelier, Viola Francke

 Zur Technik

Arbeiten in Schichten

 

Die Bleistiftzeichnungen werden nach einer Vorzeichnung des Motivs Schicht auf Schicht ausgearbeitet. So lässt sich eine hohe Feinheit der Zeichnung und ein größtmöglicher Tonwertumfang erreichen. Beides unterstützt die hyperrealistische Wirkung, mit der die "dramatische" Schönheit der Strukturen betont werden soll.

 

Die Ölbilder werden in zahlreichen lasierenden Schichten gemalt. Zwischen den einzelnen Farbaufträgen benötigen die Bilder Zeit zum Trocknen. Nach dem Auftragen der letzten Farbschicht ruhen die Bilder noch einmal mindestens 12 Monate, um das vollständige Durchtrocknen aller Schichten sicherzustellen. Erst dann erhalten sie einen Naturharz-Firnis aus weißem Palembang-Dammar. Dies dient zum einen dazu, die Lichtwirkung noch weiter zu erhöhen und zum anderen, um das fertige Bild durch einen Überzug zu schützen.